Endlich habe ich es getan! Seit Weihnachten ziert zum ersten mal ein Rechner von Apple meinen Schreibtisch. Ich finde, der putzig kleine Mac mini im edlen Alu-Finish macht sich dort richtig gut.
Vor fast genau 25 Jahren war schon einmal ein Apple Macintosh Rechner in der engeren Auswahl. Damals stand die erste Anschaffung eines PC an und ich wollte einen mit einer grafischen Benutzeroberfläche haben. Die Preise für Apple-Rechner in Deutschland waren damals aber so was von überzogen, dass ich mich für einen Atari-Rechner entschieden habe. An dem hatte ich viel Freude bis im beruflichen Umfeld Microsoft DOS Kenntnisse zunehmend gefragt wurden und die Software-Vielfalt für den “IBM-kompatiblen” – wie es Anfang der 1990er Jahre hieß – die Anschaffung eines PC ratsam erscheinen ließ.
Für Besitzer eines PC mit einem Betriebssystem von Microsoft gab es seinerzeit zwei Handlungsoptionen: Entweder man vertiefte sich ins Thema und wurde zum Computerbastler, oder man musste sicherstellen zu allen Hard- und Softwarefragen jederzeit einen Bekannten ansprechen zu können. Ich entschied mich für die Bastlerkarriere, schließlich wollte ich nicht enden wie der Kollege, der eine 3 1/2 Zoll-Diskette gewaltsam in ein 5 1/4 Laufwerk schob und sich so zum Gespött machte.
Irgendwie machte die PC-Bastelei ja auch Spaß. Die beim Start ausgeführten Dateien so zu konfigurieren, dass genug Hauptspeicher für das neueste Computerspiel übrig blieb, war eine herausfordernde Beschäftigung für lange kalte Winterabende. Und nachdem die ersten Steckkarten ausgewechselt und die ersten Speicherriegel verbaut waren, folgte der erste komplett selbst zusammengebaute PC fast zwangsläufig. Dass ein Windows-System aus Performancegründen einmal im Jahr neu aufgesetzt werden musste, das wurde hingenommen wie der fällige Ölwechsel beim Auto.
Aber wie es so ist. Mit zunehmendem Alter hat man es gerne etwas bequemer. Von Windows-Version zu Windows-Version wurde meine Windows-Aversion größer. Die innere Kündigung aus der Microsoft-Welt folgte dann bei einem Urlaub in den USA. In unserem Ferienhaus stand ein Kabelmodem an dem ein Ethernetkabel hing. Mein Sohn schloss sein Macbook an und hatte sofort Internetzugang. Ich dagegen konfigurierte mir an meinem Netbook einen Urlaub lang einen Wolf und brachte es trotzdem nicht ins Netz. Da wusste ich, es wird Zeit für einen Mac. Das hat dann zwar noch etwas gedauert, aber jetzt steht er auf meinem Schreibtisch, funktioniert auf Anhieb und das unfassbar leise. Schön, dass ich es endlich getan habe.
